Ändern des Passworts unter Linux: Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung

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By Jan

Gründe, warum man das Passwort ändern sollte

Als Linux-Benutzer ist es äußerst wichtig, dein Passwort regelmäßig zu ändern, um die Sicherheit deines Systems zu gewährleisten. Es gibt zahlreiche Gründe, warum du dein Passwort aktualisieren solltest:

Sichere dich vor Hacking und Malware

Dein Passwort ist die erste Verteidigungslinie gegen unbefugten Zugriff auf dein System. Wenn dein Passwort schwach oder kompromittiert ist, kann es leicht von Hackern oder Malware-Programmen geknackt werden, die dein System gefährden und deine Daten stehlen könnten.

Einhaltung gesetzlicher oder unternehmensinterner Richtlinien

Viele Unternehmen und Organisationen verlangen von ihren Mitarbeitern im Rahmen der Sicherheitsrichtlinien, ihre Passwörter in regelmäßigen Abständen zu ändern. Die Einhaltung dieser Richtlinien stellt sicher, dass sich der Zugriff auf vertrauliche Daten auf befugte Personen beschränkt.

Schutz vor Brute-Force-Angriffen

Brute-Force-Angriffe versuchen, das Passwort eines Benutzers durch Ausprobieren aller möglichen Kombinationen zu knacken. Indem du dein Passwort regelmäßig änderst, erschwerst du es Angreifern, dein Konto auf diese Weise zu kompromittieren.

Begrenzung der Folgen von Datenverletzungen

Sollte es zu einer Datenverletzung kommen, bei der die Passwortdatenbank eines Dienstes oder Unternehmens kompromittiert wird, ist es wichtig, dein Passwort sofort zu ändern. Dies verhindert, dass Angreifer dein Passwort auf anderen Websites oder Diensten verwenden, bei denen du dich mit denselben Anmeldedaten angemeldet hast.

Verbesserung der allgemeinen Sicherheit

Die regelmäßige Änderung deines Passworts ist ein wichtiger Bestandteil einer umfassenden Sicherheitsstrategie. Indem du dies zu einer Gewohnheit machst, hilfst du, dein System und deine Daten vor einer Vielzahl von Bedrohungen zu schützen.

Schritte zum Ändern des Passworts im Terminal

Wenn du dein Passwort über das Terminal ändern möchtest, kannst du den Befehl passwd verwenden.

Verwendung des Befehls `passwd`

Um passwd zu verwenden, öffne ein Terminalfenster und gib den folgenden Befehl ein:

passwd

Du wirst aufgefordert, dein aktuelles Passwort einzugeben. Gib dein Passwort ein und drücke die Eingabetaste.

Als Nächstes wirst du aufgefordert, ein neues Passwort einzugeben. Gib ein sicheres Passwort ein, das du dir merken kannst. Verwende eine Kombination aus Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Symbolen.

Gib dein neues Passwort erneut ein, um es zu bestätigen.

Optionen des Befehls `passwd`

Der Befehl passwd verfügt über mehrere Optionen, mit denen du dein Passwort ändern kannst:

  • -d: Entfernt das Passwort, sodass du dich ohne Passwort anmelden kannst.
  • -f: Erzwingt eine Passwortänderung, auch wenn das aktuelle Passwort nicht abgelaufen ist.
  • -l: Sperrt den Benutzer, sodass er sich nicht mehr anmelden kann.
  • -u: Entsperrt den Benutzer, sodass er sich wieder anmelden kann.

Weitere Informationen zu den Optionen des Befehls passwd findest du mit dem Befehl man passwd.

Vorteile der Verwendung des Befehls `passwd`

Die Verwendung des Befehls passwd zum Ändern deines Passworts bietet mehrere Vorteile:

  • Sicherheit: Es ist sicherer, dein Passwort im Terminal zu ändern, als es über ein grafisches Tool einzugeben.
  • Geschwindigkeit: Die Verwendung des Befehls passwd ist schneller als die Änderung deines Passworts über ein grafisches Tool.
  • Einfachheit: Der Befehl passwd ist einfach zu verwenden und erfordert keine besonderen Kenntnisse.

Ändern des Passworts mit grafischen Werkzeugen

Neben der Verwendung des Terminals kannst du das Passwort auch mit grafischen Werkzeugen ändern. Diese Option ist für Benutzer, die sich mit der Befehlszeile nicht wohlfühlen, eine einfachere und intuitivere Methode.

System Einstellungen

  1. Öffne das Menü und wähle System Einstellungen.
  2. Klicke auf Benutzer und dann auf deinen Benutzernamen.
  3. Wähle die Registerkarte Passwort.
  4. Gib dein aktuelles Passwort ein und dann zweimal dein neues Passwort.
  5. Klicke auf Passwort ändern.

Gnome-Kontrollzentrum

  1. Öffne das Gnome-Kontrollzentrum.
  2. Klicke auf Benutzer.
  3. Wähle deinen Benutzernamen aus.
  4. Klicke auf die Registerkarte Passwort.
  5. Gib dein aktuelles Passwort ein und dann zweimal dein neues Passwort.
  6. Klicke auf Passwort ändern.

KDE-Systemeinstellungen

  1. Öffne die KDE-Systemeinstellungen.
  2. Klicke auf Benutzerverwaltung.
  3. Wähle deinen Benutzernamen aus.
  4. Klicke auf die Registerkarte Passwort.
  5. Gib dein aktuelles Passwort ein und dann zweimal dein neues Passwort.
  6. Klicke auf Passwort ändern.

Best Practices für die Passwortverwaltung

Die Verwaltung sicherer Passwörter ist von entscheidender Bedeutung, um die Integrität deines Systems und den Schutz deiner Daten zu gewährleisten. Beachte die folgenden Best Practices, um deine Passwörter effektiv zu verwalten:

Erstelle sichere Passwörter

  • Verwende eine Kombination aus Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen.
  • Vermeide die Verwendung von leicht zu erratenden Informationen wie deinem Namen, Geburtsdatum oder Lieblingsband.
  • Nutze einen Passwort-Generator, um komplexe und eindeutige Passwörter zu erstellen.

Verwende unterschiedliche Passwörter für verschiedene Konten

Verwende nicht dasselbe Passwort für mehrere Konten. Wird ein Passwort kompromittiert, sind auch alle anderen Konten gefährdet, die dieses Passwort verwenden.

Speichere deine Passwörter sicher

Notiere deine Passwörter nicht auf Papier oder in ungesicherten digitalen Dokumenten. Verwende stattdessen einen sicheren Passwort-Manager wie LastPass (https://www.lastpass.com/) oder KeePass (https://keepass.info/).

Ändere deine Passwörter regelmäßig

Ändere deine Passwörter alle paar Monate oder häufiger, insbesondere wenn du Anzeichen einer Sicherheitsverletzung bemerkst.

Aktiviere die Zwei-Faktor-Authentifizierung

Die Aktivierung der Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) erhöht die Sicherheit deines Kontos, da für die Anmeldung zusätzlich zu deinem Passwort ein zweiter Faktor erforderlich ist, z. B. ein Einmalpasswort oder ein Fingerabdruck-Scan.

Vermeide Phishing-Betrügereien

Sei vorsichtig bei E-Mails oder Nachrichten, die dich auffordern, deine Passwörter oder anderen persönlichen Daten anzugeben. Klicke niemals auf Links oder lade Anhänge von unbekannten Absendern herunter.

Überwache die Sicherheit deines Systems

Verwende Sicherheits-Scanner wie Malwarebytes (https://www.malwarebytes.com/) oder Avast (https://www.avast.com/), um dein System regelmäßig auf Sicherheitslücken zu überprüfen.

Fehlerbehebung bei Problemen beim Ändern des Passworts

"passwd: password unchanged"

  • Ursache: Du hast dein aktuelles Passwort falsch eingegeben.

  • Lösung: Gib dein aktuelles Passwort erneut ein und versuche es noch einmal.

"passwd: Authentication token manipulation error"

  • Ursache: PAM (Pluggable Authentication Modules) funktioniert nicht ordnungsgemäß.

  • Lösung: Überprüfe die PAM-Konfigurationsdateien und stelle sicher, dass die richtigen Module geladen sind.

"passwd: Bad password: it must have between 6 and 512 characters"

  • Ursache: Dein neues Passwort entspricht nicht den Passwortrichtlinien.

  • Lösung: Wähle ein neues Passwort, das den festgelegten Kriterien entspricht.

"passwd: password updated successfully, but locked!"

  • Ursache: Dein Benutzerkonto wurde aufgrund zu vieler fehlgeschlagener Anmeldeversuche gesperrt.

  • Lösung: Setze dein Passwort über einen Systemadministrator oder über den Modus zur Wiederherstellung von Kennwörtern zurück.

"passwd: user not found"

  • Ursache: Der angegebene Benutzer existiert nicht.

  • Lösung: Überprüfe den Benutzernamen und versuche es erneut.

"passwd: Sorry, try again."

  • Ursache: Ein unbekannter Fehler ist aufgetreten.

  • Lösung: Starte das System neu und versuche es erneut. Wenn das Problem weiterhin besteht, wende dich an einen Systemadministrator.

"passwd: Permission denied"

  • Ursache: Du verfügst nicht über die erforderlichen Berechtigungen, um das Passwort zu ändern.

  • Lösung: Wende dich an einen Systemadministrator, um die Berechtigung zu erhalten.

"passwd: option requires an argument"

  • Ursache: Du hast eine Option ohne Argument angegeben.

  • Lösung: Gib das notwendige Argument an oder überprüfe die Syntax des Befehls.

Verwendung von Shadow-Passwörtern

Shadow-Passwörter sind eine Sicherheitsfunktion, die die Sicherheit von Passwörtern auf Linux-Systemen verbessert. Anstatt Passwörter im Klartext in der /etc/passwd-Datei zu speichern, werden sie in einer separaten Datei namens /etc/shadow gespeichert. Diese Datei ist nur für den Root-Benutzer lesbar, was den unbefugten Zugriff auf Passwörter verhindert.

Vorteile von Shadow-Passwörtern

  • Erhöhte Sicherheit: Shadow-Passwörter schützen Passwörter vor unautorisiertem Zugriff, was das Risiko von Sicherheitsverletzungen verringert.
  • Verbesserte Passwortverwaltung: Der Zugriff auf die /etc/shadow-Datei ist eingeschränkt, was eine bessere Kontrolle über die Passwortverwaltung ermöglicht.
  • Einhaltung gesetzlicher Vorschriften: Einige Branchenvorschriften verlangen die Verwendung von Shadow-Passwörtern zur Einhaltung gesetzlicher Anforderungen.

Aktivieren von Shadow-Passwörtern

Shadow-Passwörter werden standardmäßig auf den meisten modernen Linux-Distributionen aktiviert. Du kannst den Status von Shadow-Passwörtern auf deinem System mit folgendem Befehl überprüfen:

grep shadow /etc/passwd

Wenn Shadow-Passwörter aktiviert sind, sollte die Ausgabe eine Zeile wie folgt enthalten:

x:!:16812:0:99999:7:::

Das Ausrufezeichen (!) in der zweiten Spalte zeigt an, dass Shadow-Passwörter aktiviert sind.

Deaktivieren von Shadow-Passwörtern

In seltenen Fällen kann es notwendig sein, Shadow-Passwörter zu deaktivieren. Dies sollte nur von erfahrenen Systemadministratoren durchgeführt werden. Um Shadow-Passwörter zu deaktivieren, führe folgende Schritte aus:

  1. Erstelle eine Sicherungskopie der /etc/passwd– und /etc/shadow-Dateien.
  2. Entferne das Ausrufezeichen (!) aus der zweiten Spalte der Zeile, die mit "x:" in der /etc/passwd-Datei beginnt.
  3. Lösche die /etc/shadow-Datei.
  4. Starte dein System neu.

Weitere Informationen

Aktivieren und Deaktivieren von Benutzern

Manchmal kann es notwendig sein, einen Benutzer zu aktivieren oder zu deaktivieren. Ein deaktivierter Benutzer kann sich nicht am System anmelden. Dies kann aus Sicherheitsgründen oder zur Verwaltung von Benutzerberechtigungen erforderlich sein.

Einen Benutzer aktivieren

Um einen deaktivierten Benutzer zu aktivieren, folge diesen Schritten:

$ sudo usermod -U username

Ersetze "username" durch den Benutzernamen, den du aktivieren möchtest.

Einen Benutzer deaktivieren

Um einen aktiven Benutzer zu deaktivieren, folge diesen Schritten:

$ sudo usermod -L username

Ersetze "username" durch den Benutzernamen, den du deaktivieren möchtest.

Auswirkungen des Aktivierens und Deaktivierens von Benutzern

  • Aktivieren: Der Benutzer kann sich am System anmelden und auf seine Dateien und Ressourcen zugreifen.
  • Deaktivieren: Der Benutzer kann sich nicht am System anmelden und hat keinen Zugriff auf seine Dateien und Ressourcen.

Best Practices

  • Deaktiviere Benutzer nur, wenn dies unbedingt erforderlich ist.
  • Verwende stattdessen nach Möglichkeit die Gruppenverwaltung zur Verwaltung von Benutzerberechtigungen.
  • Aktiviere deaktivierte Benutzer erneut, sobald der Grund für ihre Deaktivierung nicht mehr besteht.
  • Deaktiviere niemals den Benutzer "root".

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