Mindestlohn auch für Azubis

515 Euro mindestens im Portemonnaie

txn. Die Ausbildungsvergütungen in Deutschland unterscheiden sich stark – je nach Branche, Lehrjahr und Bundesland. Das hat das Tarifarchiv des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) ermittelt. So reicht die Spannbreite von 325 Euro für das Friseurhandwerk im ersten Ausbildungsjahr in Brandenburg bis zu 1.580 Euro im westdeutschen Bauhauptgewerbe im vierten Ausbildungsjahr. Diese Unterschiede könnten sich künftig etwas verringern. Denn für alle Lehrverträge, die seit Januar 2020 geschlossen werden, ist eine Mindestausbildungsvergütung verpflichtend. 515 Euro im ersten Lehrjahr, bundesweit in allen Branchen – weniger soll kein Auszubildender mehr verdienen. Das ist aber nur ein erster Schritt. „Anfang 2021 wird die Mindestausbildungsvergütung auf 550 Euro, im Jahr 2022 auf 585 Euro und 2023 sogar auf 620 Euro ansteigen“, weiß Randstad-Sprecherin Petra Timm. Ab 2024 soll sich der Azubi-Mindestlohn automatisch mit der Entwicklung der Lehrlingsgehälter erhöhen. Außerdem werden Auszubildende bereits jetzt finanziell dadurch entlastet, dass ihre betrieblichen Lernmittel komplett vom Arbeitgeber bezahlt werden. Die duale Ausbildung könnte dadurch an Attraktivität gewinnen. „Die meisten Bewerber wünschen sich eine hohe Ausbildungsvergütung“, bestätigt Petra Timm. „Genauso wichtig sind aber auch gute Übernahme- und Aufstiegschancen, sichere Arbeitsplätze und ein gutes Betriebsklima.“

Foto: auremar/123rf/randstad

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